Bava Metzia 184

Kapitel 184

א הרי זה אוכל ופטור מן המעשר על מנת שאוכל אני ובני או שיאכל בני בשכרי הוא אוכל ופטור ובנו אוכל וחייב
1 so darf dieser zehntfreiessen; wenn: unter der Bedingung, daß ich und mein Sohn essen dürfen, oder: daß für meinen Lohn mein Sohn essen darf, so darf er [zehnt]frei essen, sein Sohn ist verpflichtet. Weshalb ist sein Sohn verpflichtet,
ב ואי אמרת משלו הוא אוכל בנו אמאי חייב אמר רבינא משום דמיחזי כמקח
2 wenn man sagen wollte, er esse seines!? Rabina erwiderte: Weil dies den Anschein des Kaufes hat. —
ג תא שמע השוכר את הפועל לעשות בנטע רבעי שלו הרי אלו לא יאכלו ואם לא הודיעם פודה ומאכילן
3 Komm und höre: Wenn jemand Löhner bei einer vierjährigen Pflanzungmietet, so dürfen sie [von den Früchten] nicht essen; hat er esihnen nicht gesagt, so muß er sie auslösen und sie essen lassen.
ד ואי אמרת משל שמים הוא אוכל אמאי פודה ומאכילן איסורא לא זכי להו רחמנא התם משום דמיחזי כמקח טעות
4 Weshalb braucht er nun, wenn man sagen wollte, sie essen des Himmels, [die Früchte] auszulösen und sie essen zu lassen, der Allbarmherzige hat ihnen ja das Verbotene nicht zuerkannt!? — Da erfolgt dies aus dem Grunde, weil es den Anschein eines auf Irrtum beruhenden Kaufes hat. —
ה אימא סיפא נתפרסו עגוליו נתפתחו חביותיו הרי אלו לא יאכלו ואם לא הודיען מעשר ומאכילן ואי אמרת משל שמים הוא אוכל אמאי מעשר ומאכילן איסורא לא זכי להו רחמנא
5 Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Sind esauseinandergefallene Feigenund geöffneteFässer, so dürfen sie von diesen nicht essen; hat er es ihnen nicht gesagt, so muß er den Zehnten entrichten und sie essen lassen. Weshalb braucht er nun, wenn man sagen wollte, sie essen des Himmels, den Zehnten zu entrichten und sie essen zu lassen, der Allbarmherzige hat ihnen ja das Verbotene nicht zuerkannt!?
ו וכי תימא הכא נמי משום דמיחזי כמקח טעות בשלמא נתפרסו עגוליו מיחזי כמקח טעות אלא נתפתחו חביותיו מאי מקח טעות איכא מידע ידע דאיטביל להו למעשר
6 Wolltest du erwidern, ebenfalls aus dem Grunde, weil es den Anschein eines auf Irrtum beruhenden Kaufes hat, so ist allerdings bei auseinander gefallenen Feigen der Anschein eines auf Irrtum beruhenden Kaufesvorhanden, wieso aber kann bei geöffneten Weinfässern ein auf Irrtum beruhender Kauf vorliegen, sie wissen ja, daß er zehntpflichtig gewordenist!?
ז אמר רב ששת שנתפתחו חביותיו לבור והתניא יין משירד לבור
7 R. Šešeth erwiderte: Wenn die Fässer geöffnet wurden und der Wein zurück in die Kufe [geflossen ist]. — Es wird ja aber gelehrt: der Wein, sobald er in die Kufe abgeflossenist!? —
ח כר' עקיבא דאמר משיקפה דאמרו ליה לא הוה ידעינן ונימא להו איבעי לכו אסוקי אדעתייכו דלמא מקפה באתרא דההוא גברא דנגיד איהו מקפה
8 Nach R. A͑qiba, welcher sagt, sobald er gegorenhat; sie können zu ihm sagen: wir wußten dies nicht. — Sollte er ihnen doch erwidern: ihr solltet daran denken, er kann bereits gegoren haben!? — In Ortschaften, wo der Hineinleitende ihn auch gärenläßt.
ט והשתא דתני רב זביד בדבי ר' הושעיא יין משירד לבור ויקפה ור' עקיבא אומר משישלה בחביות אפי' תימא שלא נתפתחו חביותיו לבור דאמרו ליה לא הוה ידעינן דמשלי
9 Nachdem aber R. Zebid b. R. Hoš͑ja gelehrt hat: der Wein, sobald er in die Kufe hineingeleitet ist und gegoren hat, und wie R. A͑qiba sagt, wenn er in Fässer abgefülltist, kann es sich auch um den Fall handeln, wenn er nicht in die Kufe abgeflossen ist, denn sie können zu ihm sagen: wir wußten nicht, daß er bereits abgefüllt war. —
י ונימא להו איבעי לכו אסוקי אדעתייכו דלמא משלי באתרא דההוא דשריק ההוא משלי
10 Sollte er ihnen doch erwidern: ihr solltet daran denken, er kann bereits abgefüllt sein!? — In Ortschaften, wo der, der ihn siegelt, ihn auch abfüllt. —
יא תא שמע קוצץ אדם על ידי עצמו על ידי בנו ובתו הגדולים על ידי עבדו ושפחתו הגדולים ועל ידי אשתו מפני שיש בהן דעת אבל אינו קוצץ לא על ידי בנו ובתו הקטנים ולא על ידי עבדו ושפחתו הקטנים ולא על ידי בהמתו מפני שאין בהן דעת
11 Komm und höre: Man darf vereinbarenfür sich, für seinen erwachsenen Sohn, für seine erwachsene Tochter, für seinen erwachsenen Sklaven, für seine erwachsene Magd und für seine Frau, weil sie Verstand haben, nicht aber darf man vereinbaren für seinen minderjährigen Sohn, für seine minderjährige Tochter, für seinen minderjährigen Sklaven, für seine minderjährige Magd und für sein Vieh, weil sie keinen Verstand haben.
יב קא סלקא דעתך במעלה להן מזונות אי אמרת בשלמא משל שמים הוא אוכל משום הכי אינו קוצץ אלא אי אמרת משלו הוא אוכל קטנים נמי נקוץ להו
12 Erglaubte, wenn er sie beköstigt. Einleuchtend ist es nun, daß er nicht vereinbaren darf, wenn du sagst, er esse des Himmels, wenn du aber sagst, er esse seines, so sollte er doch auch für minderjährige vereinbaren dürfen!? —
יג הכא במאי עסקינן בשאין מעלה להן מזונות אי הכי גדולים נמי גדולים ידעי וקא מחלי
13 Hier handelt es sich um den Fall, wenn er sie nicht beköstigt. — Demnach sollte dies doch auch von Erwachsenen gelten!? — Erwachsene sind verständig und verzichten. —
יד והא תנא ר' הושעיא קוצץ אדם על ידי עצמו ועל ידי אשתו אבל לא על ידי בהמתו ועל ידי בנו ובתו הגדולים אבל לא ע"י בנו ובתו הקטנים וקוצץ ע"י עבדו ושפחתו הכנענים בין גדולים ובין קטנים
14 R. Hoš͑ja lehrte ja aber, daß man für sich und seine Frau, nicht aber für sein Vieh, für seinen erwachsenen Sohn und seine erwachsene Tochter, nicht aber für seinen minderjährigen Sohn und seine minderjährige Tochter und für seinen kenaa͑nitischen Sklaven, ob erwachsen oder minderjährig, vereinbaren dürfe.
טו מאי לאו אידי ואידי במעלה להן מזונות ובהא קא מיפלגי דמר סבר משלו הוא אוכל ומר סבר משל שמים הוא אוכל לא דכ"ע משלו הוא אוכל ולא קשיא כאן בשאין מעלה להן מזונות וברייתא במעלה להן מזונות
15 Beide Lehren sprechen ja wahrscheinlich von dem Falle, wenn er sie beköstigt, und ihr Streitbesteht wohl in folgendem: einer ist der Ansicht, er esse seines, und einer ist der Ansicht, er esse des Himmels. — Nein, alle sind der Ansicht, er esse seines, dennoch besteht zwischen ihnen kein Widerspruch; unsere Lehre spricht von dem Falle, wenn er sie nicht beköstigt, und die Barajtha spricht von dem Falle, wenn er sie beköstigt. —
טז במאי אוקימתא במעלה להן מזונות אי הכי קטנים נמי נקוץ להו צערייהו דבנו ובתו הקטנים לא זכי ליה רחמנא
16 Du hast sie auf den Fall bezogen, wenn er sie beköstigt, demnach sollte er auch für minderjährige [Kinder] vereinbaren dürfen!? — Der Allbarmherzige hat ihm kein Verfügungsrecht über die Qual seines minderjährigen Sohnes und seiner minderjährigen Tochter zugesprochen. —
יז במאי אוקימתא למתני' בשאין מעלה להן מזונות
17 Du hast unsere Mišna auf den Fall bezogen, wenn er sie nicht beköstigt; einleuchtend ist dies